Erst fragen, dann urteilen.

Seit Ende letzter Woche beschäftigt mich etwas.

Ich hab in einigen Post schon erwähnt, dass ich dick bin. Normalerweise ist das auch kein Thema und nichts über das ich blogge, weil ich mich nicht über das Gewicht definitiere.

Anfang der Woche hat es jedoch sehr an meinem Selbstbewusstsein gekratzt. Ich bin auf jemanden gestoßen, der mich jedesmal kritisch angeguckt hat, wenn ich was gegessen habe und ich hab drauf reagiert. Hab eben doch die Finger von den Sachen gelassen, die da waren und habe mich schlecht gefühlt, wenn ich was gegessen habe.

Also, warum tun wir Menschen uns das gegenseitig an? Warum versuchen wir nicht einen anderen Menschen in seiner Gesamtheit zu akzeptieren? Warum versuchen wir nicht einen Menschen erstmal kennen zu lernen bevor wir urteilen?

Jeder Mensch hat seine Geschichte, warum hören wir uns die nicht erst einmal an oder fragen nach?

Und es gibt einen Grund warum ich nicht mehr dem Idealgewicht hinter her hechel, wie ein Hamster im Laufrad. Aber um den Grund zu kennen, muss man meine Geschichte kennen und den Grund, der mich fast umbrachte.

Ich habe in den letzten Jahren viel durchgemacht. Eine Affäre gehabt mit einem Mann, dem ich nicht gut genug war, aber der mich auch nicht in Ruhe lassen wollte. Wegen dem ich einem Idealbild hinterher gelaufen bin, dass ich, wie sehr ich es auch versuchte, nicht erfüllen konnte.

Nach meinem Klinikaufenthalt vor zwei Jahren habe ich angefangen drauf zu scheißen. Denn die Erfahrung mit meiner Affäre hätte mich beinah umgebracht und ich bin einfach froh, dass ich nicht einfach nur noch funktioniere, sondern angefangen habe mein Leben zu leben und es zu genießen, denn nach allem was passiert ist, ich lebe noch und das und noch einige andere Erlebnisse in meinem Leben machen mich glücklich.

Ich lebe noch obwohl ich vor drei Jahren mit dem Messer auf dem Boden saß und nicht mehr ein und aus wusste.

Ich lebe noch und das will ich genießen.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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