Flucht vor der Panik

Die letzten Wochen habe ich festgestellt, dass ich nicht ganz so viel Panik habe, wenn ich in Bewegung bleibe. Klar es gibt noch Momente die kritisch sind, aber weniger wegen gerade jetzt Momente, eher wegen so gestern kommt zurück Momente. Diese werden auch Flashbacks genannt. Manchmal doof, aber ich hab’s im Griff. Das Krasse ist auch, es merkt keiner. Ich sitze da in mir kommen Gefühle aus meiner letzten Beziehung hoch oder ich stehe eingeklemmt in der Bahn und Zack richtet sich das interne Messer gegen die Arme.

Warum das so ist?

Also, es ist so, dass im Falle einer größeren Verletzung bestimmte Hormone (waren es glaube ich) ausgeschüttet werden, die den Schmerz lindern. Ihr kennt das vielleicht, wenn ihr schon mal eine Verletzung hatte, die größer war und zum Beispiel genäht werden musste. Bis zum Piecks der Spritzennadel in das betroffene Körperteile habt ihr wahrscheinlich nicht viel gespürt.

Ok jetzt hat mein Körper was erlernt. Nämlich dass dieses Phänomen auch bei seelischen Schmerzen funktioniert. Das heißt ich habe mich damals nicht geschnitten, um mich wieder zu spüren. Ich habe mich auch nicht selbst verletzt, um Aufmerksamkeit zu bekommen und ich war zu dem Zeitpunkt auch nicht suicidal. Es war einfach eine Schutzfunktion und eine Art mich selber zu beruhigen. Gerade bin ich dabei meinem Körper zu erklären, dass das kein guter Weg ist, nicht mal der einfache Weg, es ist nicht gut. Beruhigen und Musik hören ist da ein besserer Weg, deswegen habe ich eine Playlist in der nur Lieder sind, die eine wichtige Funktion haben und zwar mir Hoffnung zu geben, dass alles gut ist. Dann wird der Schmerz nämlich auch weniger oder die seelische Überanstrengung. Hoffnung und Liebe sind da zwei ganz wichtige Komponenten. Sich selber Hoffnungen geben oder sie erst gar nicht zu verlieren und sich selber Lieben.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.