Gefühlsgedankenfragmente

Ich finde es erschreckend wie viele Menschen nicht wissen was es heißt für einen Traum zu kämpfen. Obwohl kämpfen ist hier das falsche Wort. Für einen Traum … nein besser seine Hoffnung in einen Traum zu setzen und darauf hin zu arbeiten. Mein Leben war nicht, ist nicht, war nicht… Naja, es gibt an der einen oder anderen Ecke den einen oder anderen Stolperstein. Wenn ich von meinem private Traum erzähle bekomme ich zu hören „Das dauert doch schon 3 Jahre, das wird nix mehr“ und ich denke „Auf meinen letzten Traum habe ich 10 Jahre hingearbeitet“ Ich habe mir irgendwann mit 17 in den Kopf gesetzt, wenn ich Abitur mache, dann möchte ich auch studieren. Nach dem Abi wollte ich eigentlich Lehrerin für Mathematik und Informatik werden, bin dann aber durch sämtliche Pädagogik Klausuren gefallen. Mhhhh schon doof, dann fing es an „Vielleicht kannst du einfach nicht studieren, mach doch eine Ausbildung, das schaffst du nicht“ und dann habe ich meinen Weg dadurch wieder gefunden. Ich habe mit 9 Jahren (Weihnachten 1986) meine ersten Computerprogramme geschrieben, bis ich 12 war. Mit 13 habe ich dann angefangen Fußball zu spielen und habe dann die Lust am programmieren verloren. Was aber auch ok war. Mit 17 habe ich dann meinen Informatik Lehrer an der Schule in den Wahnsinn getrieben, weil er nicht verstand warum ich, obwohl ich erst Informatik ab der 11. Klasse hatte, besser war als die Mitschüler, die Informatik ab der 9. Klasse hatten. Mein Gedanke war dann studiere ich eben nur Informatik, vielleicht ist Pädagogik nicht so meins. Es war eine der besseren Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe. Allerdings habe ich 10 Jahre studiert, was nicht dran lag, dass ich faul war, der Stoff zu schwer oder ich durch Prüfungen gefallen wäre. Ich bin nicht durch eine Prüfung gefallen nach dem Wechsel des Studienganges, nicht durch eine. Es lag dadran, dass ich 8 von diesen 10 Jahren nicht bei meinem Eltern gewohnt habe, aber meine Eltern mich auch nicht unterstützen konnten und ich mich zum größten Teil selber finanziert habe. Ich hatte immer einen Nebenjob. Dann gab es diesen einen Nebenjob, ich war Assistentin der Geschäftsleitung in einer Transportfirma und habe mehr Zeit dort als in der Uni verbracht. Nach 4 Jahren stellte ich mich selber vor die Wahl: Uni oder dieser Nebenjob. „Ach du schaffst die Uni doch eh nicht, möchtest du ewig studieren?“ waren die Worte die ich zu hören bekam. Ich hatte schon Bewerbungen geschrieben, da haute mein Vater auf den Tisch „Ela du schaffst das, willst du jetzt noch aufgeben, wo du fast fertig bist? Ich sage dir, das würdest du dein Leben lang bereuen“ und ich bin ihm so dankbar dafür. Damals suchte ich mir einen neuen Nebenjob der mit meinem Studium besser zu vereinen war, ging wieder zur Uni und war in kürzester Zeit fertig mit einem Schnitt von 2. Ein zweier Diplom ist meiner Meinung nach gut. Naja, ich hätte damals auch aufgeben können und auf die Stimme in meiner Familie hören, die sagten du schaffst das nie, aber ich habe an diesen beruflichen Traum 10 Jahre gearbeitet. Jetzt arbeite ich als Software Entwicklerin und ich bin glücklich. Ich wohne 500 km weit weg von meiner Familie und muss mir heute noch anhören, dass ich lügen würde wenn ich von meinem Leben hier erzähle, aber so sind sie halt. Ich bin glücklich und unabhängig. Das erschreckende finde ich nur, dass 8 von 10 Menschen es nicht verstehen wie man solange auf etwas hinarbeiten kann. Dass eben nicht alles auf dem Silbertablett serviert wird im Leben. Und irgendwie macht es mich traurig. Manche Träume dauern halt länger, entscheidend ist nicht aufzugeben, so lange es irgendwie vorwärts geht. Manche Dinge brauchen halt länger, also so lange Ihr für einen Traum brennt, geht weiter drauf zu solange es für euch Sinn macht und es nicht weh tut.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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