Ich bin lieber ich, alle anderen gibt es schon

Ich will nicht perfekt sein,
das will fast jeder,
das ist langweilig.
Ich will ich sein,
chaotisch,
konfus,
verpeilt,
aber glücklich.

Ich bin chaotisch,
weil ich mich verliebte und fallen lies,
und dann die Beine in die Hand nahm
und nicht anrief.
Ich bin chaotisch,
weil ich heute, um so viele Jahre später,
plötzlich wieder vor deiner Tür steh‘
und hoffe das du mich noch siehst.
Ich bin chaotisch,
weil ich Memos an mich selbst verfasse,
die sowas enthalten wie
„Dich immer anrufen,
wenn du dadrum bittest,
sonst machst du Dinge
und mein Leben auch.“

Ich bin konfus,
weil ich ebenso wie du keinen Plan habe
und ich habe immer einen Plan
und auch immer einen Plan B,
außer bei dir.
Ich bin konfus,
weil ich nur mit diesem Traum bewaffnet
durch mein Leben laufe
und mich wunder wo du schon wieder herkommst.
Ich bin konfus,
weil ich verliebt bin
und mir das schon alleine den Verstand raubt.

Ich bin verpeilt,
weil ich nie weiß was ich gerade will
und dich trotzdem will,
obwohl ich dich nicht will.
Ich bin verpeilt,
weil ich durch mein Leben stolper
und dir immer wieder entgegen laufe,
obwohl ich eigentlich weg renne.
Ich bin verpeilt,
weil ich dir tausende von Gedichte schreibe
in der Hoffnung,
dass du das liest.

Ich bin glücklich,
weil ich weiß wie und wer ich bin
und hätte ich damals angerufen,
hätte ich das wahrscheinlich nie gesehen.
Ich bin glücklich,
weil ich weiß, dass du der Eine bist,
da du immer in meinem Weg herumstehst.
Ich bin glücklich,
weil ich wundervolle Dinge erlebt habe,
vor allem die letzen Monate
und
bei dir ganz ich sein kann,
einfach mal schwach,
einfach mal Liebe suchend,
einfach mal ganz Kind,
einfach mal verpeilt und peinlich,
einfach mal Frau,
einfach mal ich
und das liebe ich.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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