Irgendwie hoffe ich, aber…

Manchmal, wenn ich sie anrufe, hoffe ich da ist irgendwas, irgendetwas das mir Halt gibt. Aber da ist nichts. Deswegen mache ich alles mit mir selber aus.

Es ist als ob ich mit einem Kind rede. Ich war schon immer ihr Halt, so lange ich denken kann. Lange war mir überhaupt nicht klar, dass das nicht richtig ist.

Und bis heute hat sich nichts geändert, es ist sogar noch schlimmer geworden, nachdem mein Vater gestorben ist.

Aber trotzdem hoffe ich jeden Abend, dass ich irgendwo hinter dieser Hilflosigkeit eine Mutter habe. Jeden Abend rede ich mit ihr und versuche Halt zu finden, doch jedesmal muss ich feststellen, dass da nichts ist. Das sie einfach nicht weiß wie man eine Mutter ist.

Aber trotzdem hoffe ich jeden Abend wieder.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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