Meine Stolpersteine

Manchmal weiß ich nicht, geh ich offen mit meinem Borderline um oder nicht? Beides hat seine Vorteile. Viele um mich herum wissen was ich habe, aber einige auch nicht.

Aber wofür soll ich mich schämen? Das ist nichts was ich mir ausgesucht habe. Mein Leben war halt nicht immer leicht, aber trotzdem habe ich mich dadurch nicht aufhalten lassen, hab mein Ding gemacht.

Neulich habe ich einer meiner besten Freundinnen erzählt warum ich diese Persönlichkeitsstörung entwickelt habe. Dass ich unteranderem mit einem psychisch kranken Familienmitglied aufgewachsen bin und das ein Grund dafür ist. Sie meinte „krass, dass du das trotzdem alles geschafft hast“. Aber das war für mich einfach nicht die Frage.

Ich habe mein Leben lang gemacht was ich wollte. Ich wollte studieren, ich wollte Softwareentwicklerin werden. Ich wollte schreiben und ich wollte mich nicht durch meine Krankheit zurück werfen lassen. Auch wenn das ab und an passiert ist.

Seit Tagen frage ich mich: Muss denn immer alles perfekt sein? Müssen wir perfekt scheinen, obwohl wir es nicht sind? Dürfen wir nicht von unseren Stolpersteinen erzählen?

Nein, denn das ist auch gar nicht möglich, wir sind Menschen und Menschen machen Fehler. Wer sich selbst als fehlerfrei bezeichnet ist einfach nicht ehrlich zu sich. Und manchmal muss ich einfach von meiner Krankheit schreiben, weil es raus muss.

Aber psychische Probleme war bei uns in der Familie immer das tabu Thema, da drüber redet man nicht. Aber warum?

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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