Warum ich manchmal Angst habe

Damals dachte ich, ich würde ihn lieben, aber ich war nur irgendwie in seine Fänge geraten. Erst ging alles gut, aber nachdem mein Vater starb, fing das Drama an. Er hätte sich noch nie in jemanden verliebt der so fett ist, und ja das waren seine genauen Worte und ich würde ihn nicht glücklich genug machen. Da ich nach dem Tod meines Vaters mich an den ersten Mann gehängt habe, der in meinem Leben war, konnte er alles von mir verlangen und ich habe mich 2 Jahre nicht gewehrt. Ich habe kaum was gegessen, mich runter gehungert und kaum geschlafen. Ich finde das sieht man auf den Fotos, dass es mir zu der Zeit nicht wirklich gut ging. Stück für Stück gab ich mich auf und alles was mir wichtig war. Nachdem das 4 Monate mit uns lief ging er zu seiner Ex-Freundin zurück, und sagte ich wäre nicht hübsch genug für den Ärger, den ich machte. Ich litt 2 Wochen und fing dann wieder an auszugehen, aber als ich mich wieder gefangen habe und jemand neues kennen gelernt hatte, und es ihm sagte, meinte er er würde mich vermissen und seine Freundin verlassen. Ich trennte mich von von meinem Date und er ging zu seiner Ex-Freundin zurück. An dem Tag saß ich zum ersten Mal mit dem Messer auf dem Boden, einen Tag vor meinem 33. Geburtstag. Doch er liess mich nicht in Ruhe, ein großes Problem war, dass er mein Arbeitskollege war und ich einfach nicht die Kraft hatte zu gehen, so ging unsere Affäre weiter. Jedesmal wenn ich jemanden neues kennen lernte war es dasselbe Spiel. Bis ich Anfang 2012 endlich die Kraft aufbrachte mich zu lösen und mich wehrte, wenn er wieder verbal und sexuell auf mich los ging, weil ich nicht tat was er wollte. Keiner durfte wissen wer ich bin, nicht einmal seine Freunde wussten wer ich bin oder dass es mich überhaupt gibt. Ein Relikt aus der Zeit ist, dass ich zum Beispiel Panik bekomme, wenn ich Hunger habe, wenn mir jemand zu Nahe kommt, von dem ich das nicht will und wenn sich meine Lebensumstände ändern, letzteres hatte ich vorher auch, aber nicht so schlimm. Früher ging es mir dann schlecht. Heute bekomme ich Panik und fühle, wie ich mich damals geritzt habe. Auch wenn man die Narben nicht mehr sieht, ich fühle die Schnitte auf meiner Haut, sie brennen. Mal abgesehen davon, dass ich das heute nicht mehr machen möchte, und das ist der Schlüssel. Damals wollte ich, dass er mich in Ruhe lässt, sieht wie weh er mir tut und einfach geht, doch das tat er nicht. Er blieb und deswegen gab ich in dem Moment in dem ich stark genug war, mein vorheriges Leben auf. Suchte einen neuen Job und rannte um mein Leben, so lange bis ich nichts mehr spürte und zwar gar nichts mehr. Ich wollte nie wieder lieben, nie wieder, weil ich nicht erkannt hatte, dass das zwischen ihm und mir keine Liebe war, sondern ein Nähe-Distanz-Spiel der üblen Art. Erst hat er mich zu sich geholt und wenn ich dann da war hat er Distanz geschaffen indem er mich demütigte.

Bei dir ist das anders, deine Freunde wissen wer ich bin und du kämpfst um mich, aber manchmal bin ich etwas misstrauisch, weil ich Angst habe wieder dafür zu bezahlen, dass ich bin wie ich bin. Ich habe einfach Angst nochmal so verletzt zu werden. Aber ich liebe dich und ich hoffe das reicht.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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