Wie ich leben möchte ….

Vor langer Zeit habe ich mich verloren, das passierte nicht gestern oder vorgestern und auch nicht vor 3 Jahren, sondern vor langer Zeit.

Diese Woche bin ich weggefahren, um mich wieder zu finden, alleine in Klausur zu gehen. Und ich muss sagen, ich habe mich gefunden, „hab ja auch lang genug gesucht“.

Auf jeden Fall saß ich da oben, auf diesem Berg, im Nichts und ging mit mir selber ins Gericht.

Herausgefunden habe ich folgendes:

Was ich in meinem Leben möchte sind Menschen, die mich akzeptieren wie ich bin, bei denen ich gar keinen Fehler machen kann, weil sie mich mögen so wie ich bin.

Ich wünsche mir Freunde, die sich die Haare Pink färben, abschneiden und dann im Tequila Rausch auf dem Tisch tanzen. Ich wünsche mir Freunde, die nicht auf andere hören, wie ich angeblich bin. Ich wünsche mir Freunde mit denen ich über Frauenzeug quatschen kann ohne mich wie eine Tussi zu fühlen. Ich wünsche mir Freunde, die mich zum lachen bringen, durch ihre Art oder weil sie mich nerven und ich dann einfach lachen muss, weil es so komplett bekloppt ist.

Ich möchte verrückt sein dürfen und total bescheuerte Sachen erzählen, ohne mich dafür zu schämen. Ich möchte im Park auf der Hängematte liegen und mir den Regen auf den Kopf tropfen lassen.

Ich wünsche mir einen Menschen der mich zum lachen und zum weinen bringt, der fühlt und leidet und seine Gefühle nicht versteckt. Jemand dem man seine Gefühle ansieht und der meinen Freiraum akzeptiert. Jemand mit dem ich mich mit Geschirr und mit Wattebäuschchen und mit Seifenblasen bewerfen kann. Mit dem ich Nachts im Park sitzend Sterne und Sternschnuppen begucken kann. Mit dem ich Schmetterlinge und Glühwürmchen jagen kann und zwischen den Blumen sitzend Kränze aus Gänseblümchen basteln kann. Der mich so mag wie ich bin und bei dem ich keine Fehler machen kann, weil ich halt einfach so bin.

Ich möchte lernen und zwar jeden Tag was Neues, bis mein Kopf platzt. Ich möchte weiterhin neugierig sein und jeden Menschen mit Respekt behandeln und ich möchte leben bis mir die Puste aus geht.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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