Flashback

Gerade gucke ich einen Film und dort ist die Mutter gestorben. Sie stellen es im Film so gut da, dass ich zurück erinnert werde an früher.

Es ist Oster Montag 8 Uhr morgens, ich habe nicht geschlafen, ich konnte nicht. Der ganze Tag davor lag im Nebel, ich konnte den Tag gestern nicht begreifen. Kann es immer noch nicht. Ich sitze in meiner Wohnung in Stuttgart auf dem Küchenboden. Meine Mutter sitzt im Wohnzimmer, auch sie hat nicht geschlafen. Unsere Herzen bluten, es ist als ob mir der Boden fehlt. Ich fühle nichts, gar nichts. Ich weine, im Handy läuft auf YouTube „Haltet die Welt an“ von Glashaus. Ich mache es immer wieder an, und weine, es läuft auf Dauerschleife. Ich verstehe es nicht, aber am Ostersonntag, 04.04.2010 17:35 Uhr ist mein Vater gestorben. Er war der Kitt der uns zusammen hielt, die Mauer ist eingebrochen, die wir drei um uns gebaut haben. Und ich sitze dort heule und begreife es nicht.

Auch heute fehlen Teile, ich weiß nicht wie ich nach Bielefeld gekommen bin, weiß nur noch Fragemente von der Beerdigung und ich habe überhaupt keine Ahnung wie die Woche in Bielefeld war.

Auch die Zeit mit meiner damaligen Affäre fehlt oder was auch immer da war. Meine Erinnerung fängt wieder am 6.10.2012 an, alles davor ist weg. Ich weiß, dass ich am 25.06.2012 mit dem Messer auf dem Boden saß und irgendwo Anfang des Jahres den Job gewechselt habe. Ich erinner mich, dass ich gerannt mit, nach dem 25.06.2012, dass ich um mein Leben gerannt bin damit er mich in Ruhe lässt. Dass der Jobwechsel der Anfang von meinem Kampf um mein Leben war. Raus aus dem Missbrauch, raus aus dem Teufelskreis aus verbaler Gewalt und Schmerz.

Veröffentlicht von Manuela Ludorf

Manuela Ludorf wurde im September 1977 in einem Vorort von Bielefeld geboren. Mit 14 Jahren fing sie an zu schreiben. Sie studierte Informatik an der Universität Bielefeld mit dem zweiten Hauptfach Linguistik. Neben ihrer sehr logisch strukturierten Arbeit als Software-Entwicklerin pflegte sie das Schreiben als Ausgleich. Im November 2012, nach dem Tod ihres Vaters und einer sehr schmerzhaften Trennung, fing sie an ihr erstes Buch zu schreiben. Durch das Schreiben findet sie Zugang zu Gefühlen. Dabei muss es sich nicht zwingend um ihre Gefühle handeln, da sie sich beim Schreiben durch Situationen aus ihrem Leben und Begegnungen mit ihren Mitmenschen inspirieren lässt.

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